Donnerstag, 14. Dezember 2017

Chronik

Genauso wie heute war im 19. Jahrhundert die Brandbekämpfung die Aufgabe der Gemeinden. Diese stellten Pflichtfeuerwehren auf. Ihr gehörten alle gesunden Männer des Dorfes an. Eine solche Pflichtfeuerwehr ist auch in der Gemeinde Sandhorst im vorigen Jahrhundert aufgestellt worden.


Die Gemeinde hat um 1896 die erste Handdruckspritze beschafft, die auf Kufen montiert war und von Pferden gezogen wurde. Diese Spritze, die heute noch im Besitz der Feuerwehr ist, war nicht selbst ansaugend. Die Pflichtfeuerwehren waren nicht besonders effektiv, da pro Jahr nur wenige Gemeindeübungen durchgeführt wurden.
    




Dass dieses nicht reichte, um die Mannschaft auszubilden, zeigte sich in Sandhorst am 31.03.1909 als der im Loog befindliche Hof des Landwirtes Gerd Weers Harms niederbrannte. Nur glücklichen Umständen war es zu verdanken, daß das angrenzende Schloss zu Sandhorst, das dem Landrat Dyckerhoff gehörte, nicht mit abbrannnte. Der Landrat nahm diese Ereignis zum Anlaß, der Gemeinde den Vorschlag zu machen, eine moderne Handdruckspritze anzuschaffen und eine Freiwillige Feuerwehr aufzustellen.

Tatsächlich kam die Gemeinde diesen Vorschlag nach und kaufte eine moderne Handdruckspritze des Fabrikats Louis Tidow mit einer Leistung von 220 bis 240 Liter pro Minute. Das Gerät war nun vorhanden. Jetzt fehlten motivierte Kräfte, die dieses für damalige Verhältnisse hochmoderne Gerät, einsetzen und bedienen konnten. Am 11.06.1910 wurde daraufhin in Anwesenheit des Gemeindevorstehers Eden die Freiwillige Feuerwehr Sandhorst gegründet. Die Versammlung wählte den Landwirt Dirk Oldewurtel, den bisherigen Brandmeister der Pflichtfeuerwehr zum Hauptmann.

Foto: Hauptmann Dirk Oldewurtel, Wehrführer von 1910 bis 1919




Am 21.04.1912 mußte die Feuerwehr zum ersten Mal zu einem Waldbrand im Meerhusener Gehölz ausrücken.

In den Jahren von 1914 bis 1918 fanden weder Übungen noch Versammlungen statt. Auch Einsätze sind in den Protokollbüchern nicht verzeichnet. Auf der ersten Generalversammlung nach dem Krieg am 12.04.1919 erklärt Hauptmann Dirk Oldewurtel sich nicht zu einer Wiederwahl bereit. Einstimmig wird Jürren Harrenga, ein über die Gemeindegrenzen bekannter Kunstmaler, zu seinem Nachfolger gewählt.
    
Foto Hauptmann Jürren Harrenga, Wehrführer von 1919 bis 1921

 



In der Generalversammlung vom 05.01.1921 stellte sich Hauptmann Harrenga nicht mehr zur Wiederwahl. Einstimmig wurde als sein Nachfolger der Landwirt Rieke Oldewurtel, ein Sohn des ersten Wehrführers gewählt. Auf der Versammlung Anfang 1923 wurde nicht nur die gesamte Wehrführung einstimmig wieder gewählt. Zusätzlich wurden noch vier Wehrmänner als Wassersucher eingesetzt.

Foto: Hauptmann Rieke Oldewurtel, 1. Amtszeit von 1921 bis 1934




Bereits einige Monate nach Gründung der Freiwilligen Feuerwehr war an die Gemeinde der Antrag gestellt worden, einheitliche Uniformen zu beschaffen. Es ist nur bei der Beschaffung von Helmen und Koppeln geblieben. Der Antrag wurde immer wieder erneuert, jedoch erst am 17.01.1925 konnte die Wehr erstmals in Uniform üben.
Auf der Mitgliederversammlung 1927 wurde eine Steigerabteilung ins Leben gerufen. Neben zwei Leitern je vier Metern Länge zählte zur Ausrüstung dieser Abteilung fünf Gurte mit Haken, zwei Steigerbeile und zwei Steigerleinen.
1928 ist die Wehr zur ersten Hilfeleistung nach Dietrichsfeld ausgerückt. Beim Graben eines Brunnens war der Arbeiter Redenius im Treibsand festgesogen. Nach einem 13,5 stündigen Einsatz konnte die Person befreit werden. Im Herbst 1928 fand in Leer ein Führerkursus statt, an dem die Kameraden Oldewurtel, Holstein und Niehuisen teilnahmen.
Da mittlerweile eine Verbandtasche beschafft wurde, wählte man Friedrich Ludwigs zu Sanitäter der Wehr.

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